Himmelsgefüge

Und wenn es auch Wunderliches zu beschauen gibt, so ist doch dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.Wallbarn, Herr der Holzhauer

Kosmologie

Der Planet, der Caeruin beheimatet und von seinen Bewohnern Llandt genannt wird, ist ein Planet von runder Form, so wie viele andere im Himmelsgefüge. Den Mittelpunkt des Himmelsgefüges stellt die Arkana dar, ein gewaltiger Gasplanet, der die Atmosphäre mit dem Element der Magie speist. Die Planeten kreisen um diesen Riesen aus Gas, der zwar Wärme und Energie, aber nur ein diffuses schwaches Licht abstrahlt. Das Licht kommt von der Sonne, die außerhalb des Himmelsgefüges liegt und derselben Umlaufbahn um die Arkana folgt.

Man kann sich das Himmelsgefüge wie ein Rad vorstellen, an dem die Planeten befestigt sind. Die Arkana liegt genau in der Mitte des Rads und die Sonne irgendwo am Rand. Dreht man das Rad, bleibt die Arkana wo sie ist und die Planeten und die Sonne drehen sich auf ihrer immer gleichbleibenden Position mit. Grundsätzlich lässt sich das Himmelsgefüge in zwölf Areale unterteilen. Nimmt man das Rad und die Sonne befindet sich im Norden, lässt sich der Norden als Bereich zwischen der Arkana und der Sonne definieren, wobei die Bezugspunkte ein spitz auf die Arkana zulaufendes Dreieck bilden. Dieser Bereich wird noch einmal in einen randnahen, einen mittleren und einen randfernen oder arkanen Bereich aufgeteilt.

Die Planeten, die in der randnahen südlichen Zone liegen und damit im Schatten der Arkana, sind finster und kalt. Jene Planeten im randnahen nördlichen Bereich sind dagegen großer Hitze und unbarmherzigen Feuerstürmen ausgesetzt. Llandt liegt in der mittleren nordwestlichen Zone und genießt ein äußerst erträgliches Klima, das nur selten über einen längeren Zeitraum von einem Extrem wie Hitze oder Kälte beherrscht wird.

Im Himmelsgefüge gibt es keinen luftleeren Raum. Eine sauerstoffhaltige Atmosphäre versorgt alle Planeten gleichermaßen mit atembarer Luft. Diese Atmosphäre bildet eine Schicht rings um das Himmelsgefüge, die vor der schädlichen Strahlung der Sonne und sonstigen Gefahren aus der Leere des Alls schützt, das außerhalb des Himmelsgefüges liegt und seinen Bewohnern praktisch auf ewig verborgen bleibt. Aufgrund der dichten Atmosphäre, die das Himmelsgefüge umgibt, dringt bis auf das Licht der Sonne kein Licht aus der Unendlichkeit des Alls zu irgendeinem Bewohner der zahllosen Welten des Himmelsgefüges vor. Dafür bricht sich das Licht der Sonne in einem unglaublichen Spiel von Farben und Formen in der äußeren Schicht der Atmosphäre, die bezeichnenderweise Himmelsrand genannt wird und den Himmel auch bei Nacht in lilafarbenem Glanz erstrahlen lässt.

Inmitten dieser Atmosphäre liegt das himmlische Gestade, das auch Sternenmeer oder Urkor im Altmaurischen genannt wird. Das himmlische Gestade ist ein Meer aus Eis. Gefrorenes und ungefrorenes Wasser, daß überall dort seinen Platz findet, wo keine Welt diesen Platz für sich beansprucht. Kommt es einem Planeten mit seiner eigenen Atmosphäre zu nahe, ereignet sich ein fantastisches Naturschauspiel. Die Anziehungskraft der Monde und die arkangesättigte Dichtigkeit des Urkors trägt dann dazu bei, daß die Meere sich tosend erheben und einem Wasserfall gleich gen Himmel schießen, um sich irgendwo am Himmel zu vereinen. Entsteht eine solche Himmels- oder Weltenbrücke, spricht man von Himmelsfall. Ein Ererignis, dass wie kaum ein anderes die Fantasie der Menschen beflügelt. Fällt diese Brücke wieder in sich zusammen, was durchaus schon nach einigen Stunden, manchmal auch erst nach Tagen oder Wochen, geschehen kann, spricht man von Mondensturz. Unzähmbare Wassermassen, die tosend zurück in die Meere stürzen und zu verheerenden Überschwemmungen an den Küstengebieten führen. Daraus resultiert auf Caeruin und den meisten anderen bewohnten Planeten ein oft nur spärlich besiedeltes Küstengebiet und eine nahezu panische Aufbruchsstimmung in küstennahem Gebiet, wenn eine Weltenbrücke kurz vor Mondensturz steht.

Die fernen Welten, die am Himmel mal winzig klein und mal greifbar nah erscheinen, teilen sich dieses faszinierende Spektakel. Man kann Berechnungen anstellen, wann es zu Himmelsfall und Mondensturz kommt und wo genau sich das Naturschauspiel ereignen wird. Dennoch sind die Weltenbrücken in höchstem Maße instabil und jedes normale Schiff, daß in ihren Sog gerissen wird, zerschellt unweigerlich irgendwann infolge der schieren Kraft, die nötig ist, um einige Milliarden Kubikliter Wasser in die Höhe zu reißen.

Himmelsfall und Mondensturz

Die Arkana

Die Arkana ist die Quelle aller Magie. Die Oberfläche dieses Planeten brodelt vor aufsteigenden und wieder versiegenden Gasen, die zur Entstehung des Arkanpartikels beitragen. Wird irgendwo ein Mensch geboren, setzen sich Myriaden dieser winzigen Partikel frei und bahnen sich ihren Weg durch Raum und Zeit, um mit ihrem Empfänger zu verschmelzen. Durch geringfügige Verzerrungen im Himmelsgefüge und über längere Strecken gehen kleine Mengen dieser Partikel manchmal verloren, woraus bei jedem Menschen eine unterschiedlich starke Ausprägung magischer Affinität resultiert.

Wenn ein Mensch stirbt, verlassen die Arkanpartikel seinen Körper und tragen das mit sich fort, was der Mensch Seele nennt. Sie suchen sich ihren Weg zurück in die Arkana, wo die Seele dann für immer erlischt.

In der arkanen Zone sind die magischen Strömungen besonders stark ausgeprägt. Nicht nur die Menschen erhalten diese Partikel bei ihrer Geburt, auch alle Pflanzen und Tiere sind davon betroffen. Auf randfernen Planeten lassen sich daher oft die wunderlichsten Dinge beobachten, hervorgerufen nur durch die Nähe zur Arkana. Randnahe Planeten sind dagegen oft nur schwach magischer Beeinflussbarkeit unterworfen.