Ideenkiste

Gemalte Äpfel schmecken nicht.raundarisches Sprichwort

Veraltete Texte

Hier landen die Texte, die schon einige Jahre alt sind und einfach nicht mehr zu dem Caeruin passen, wie ich es mir heute vorstelle. Sie geben einen Blick auf das Caeruin, wie es einmal war und wie es sich über die Jahre hinweg entwickelt hat.

Die Technologie wiederum ist ein beständiger und effektiver Weg hin zu fantastischen Effekten und nützlichen Dingen, die dem einfachen Sterblichen das Leben erleichtern. Die großen Technokraten sind zahlreich und genießen ein hohes Ansehen, ganz im Gegensatz zu den verruchten Magiern, die sich darauf verstehen, mysteriöse Dinge mit nur einem Fingerzeig zu vollbringen. Die technischen Gerätschaften finden in nahezu jedem Haushalt und so gut wie auf der gesamten Welt Verwendung. Von einfachen, Licht erzeugenden Kugeln und unförmigen Kästen, die Wärme oder Kälte erzeugen, über Kutschen, die sich wie von selbst fortbewegen und dabei Dampf, Qualm und lauten Krach erzeugen und fliegenden Schiffen, die an riesigen, gasgefüllten Säcken hängen bis hin zu architektonischen Meisterleistungen, gewaltigen Türmen von bis zu tausend Metern Höhe, die mit dem Wind schwingen und nicht unter ihrem eigenen Gewicht einzustürzen drohen, findet sich fast jede erdenkliche technische Finesse auf Caeruin.

Die meisten technischen Gerätschaften benötigen eine Energiequelle. Manchen genügt ein stetig laufender Bach oder nur die Kraft des Windes. Manches aber erfordert besonderes Gestein, dass beim Verbrennen Kräfte freisetzt und in falschen Händen mit der falschen Zutat verbunden zu einer echten Gefahr werden kann. Die Gesteinsorten sind, mit dem schwächsten angefangen, Lapridstein, Flammstein, Arilithstein, Sengstein und Kaprilithstein. All diese Gesteinsorten erzeugen beim Verbrennen Energie, die von entsprechenden Sonden und Behältnissen in Kraft umgewandelt werden können. Lapridstein verbrennt sehr schnell und erzeugt nur eine geringe Menge Energie, grade soviel, um eine Lampe einige Stunden am Leuchten zu erhalten. Flammstein und Sengstein entstammen unterirdischen Lavaseen, die vor Jahrmillionen erkaltet sind und nun abgetragen werden. Sie sind für ihre Langlebigkeit und Energieeffizienz bekannt und daher sehr teuer. Der Arilithstein ist ein wertvoller Edelstein, der in besonders mineralhaltigen Böden zu finden ist und der nicht nur seiner Energieabgabe wegen geschätzt wird, auch seine klare reinhaltige und glänzende Form ist in der Schmuckmanufaktur äußerst begehrt. Der Kaprilithstein hat die größte Energieeffizienz und ist auch als Drachengeflecht oder Drachengestirn bekannt. Der Kaprilithstein kommt nur an wenigen Orten auf Caeruin vor und wurde vor Äonen von Jahren aus den zu Asche verbrannten Überresten von Dracheneiern geboren. Das besondere an diesem außergewöhnlichen Stein ist die Tatsache, dass er zur Energieabgabe nicht verbrannt sondern nur erhitzt werden muss. Der Kaprilithstein wird von Technokraten gerne als unerschöpfliche Energiequelle bezeichnet, wenngleich dies natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Ein einzelner Kaprilithstein von der Größe eines menschlichen Schädels gibt etwa über zweihundert Jahre permanent die gleiche Menge an Energie ab, bis sie schließlich versiegt. Man sagt, wenn ein Drachengestirn versiegt, erwacht irgendwo ein Drache zu neuem Leben.

Die Städte sind voller Wunder. Faszinierende Technik lässt die Straßen nachts hell erleuchten und melodiöses Summen, vermischt mit dem Zischen und Krachen der Hochöfen, erfüllt stetig die Gegenden rund um die gigantischen Kraftwerke, die ganze Städte mit Energie versorgen. In den Hochöfen der Kraftwerke werden hauptsächlich Flamm- und Arilithsteine zur Energiegewinnung verwendet. Nur die wenigsten Großstädte und Königreiche verfügen über Kaprilithsteine in ausreichender Menge, um damit ihre Bewohner zu versorgen. In den meisten Städten sorgen ein oder zwei Kaprilithsteine für die dauerhafte Licht- und Wärmeversorgung in den herrschaftlichen Häusern, Palästen und manchen öffentlichen Anstalten. Man erzählt sich sogar von Orten in den Wolken, die ihre Flugfähigkeit hunderten und aberhunderten Kaprilithsteinen verdanken. Die Energie wird in gigantische Windturbinen geleitet, die genug Auftrieb erzeugen können, ganze Paläste und sogar Städte am Himmel zu halten. Doch wenn es diese Städte gibt, dann hat niemand, der darüber hätte berichten können, sie je gesehen. Oder nie darüber berichtet.

Die vier Völker des Königsbunds sind die Menschen, Elfen, Zwerge und Gnome. Die Zwerge treibt der Hass gegen die Elfen immer weiter beim Errichten ihrer gewaltigen Fabrikstädte an. Riesige Kaminschächte, die tagein tagaus giftigen schwarzen Dreck ausschleudern und schon ganze Landstriche verdunkelt haben, prägen die Städte der Zwerge. Der Großteil ihrer Städte liegt unterirdisch, wodurch die Zwerge die schlechte Luft nicht zu stören scheint, die in ihren unterirdischen Filteranlagen in saubere, Schadstofffreie Luft umgewandelt wird. Die Elfen wiederum siedeln in den wenigen Wäldern, die den Menschen und Zwergen noch nicht zum Opfer fielen. Sie achten die Reinheit der Natur und setzen alles daran, die Ausbreitung der Maschinenstädte zu stoppen. Einst bildeten diese vier Völker ein Bündnis, doch das ist lange her. Der Königsbund ist vor langer Zeit gebrochen, als die Zwerge ihr Abkommen nicht einhielten und gegen den Willen der Elfen verstießen, als sie die Bäume fällten und ihre Fabriken zu errichten begangen. Der Mensch war lange Zeit zwiespältig, wem er nun zur Seite stehen sollte. Als er sich mehrheitlich für die Zwerge und ihre fantastischen Meisterleistungen auf dem Gebiet der Handwerkskunst entschied, zog er sich damit ebenso den Zorn und eine tolerierende Haltung der Elfen zu. Die Elfen bleiben seither unter sich und ziehen sich mehr und mehr in die Schatten der Wälder zurück. Die meisten Gnome leben heutzutage in den zwergischen Metropolen und führen dort niedere Tätigkeiten als Fabrikarbeiter aus. Die übrigen Gnome siedeln in ihrer Heimat im Tänzerland an der Grenze zwischen Harador und Gurlyshore.

Die sechs großen Reiche, Harador, Gurlyshore, Morkedluin, Orhamear, Ghiliael und Llargomor, unterscheiden sich voneinander in fast jedem Belang. Harador, das im Nordwesten gelegene, raue Ödland, war einst ein blühendes Wald- und Wiesenreich. Vor Jahrtausenden siedelten hier die ersten Elfen, bis die Zwerge sich in Harador ausbreiteten. Mit den Zwergen kamen die Maschinen; ganze Wälder wurden gefällt, herrliche Seenlandschaften trockengelegt und Flüsse verunreinigt. Die dampfenden Fabriken sorgten dafür, dass der Regen ausblieb. Nach und nach erhob sich inmitten des haradoranischen Imperiums eine Wüste, die sich noch immer in alle Richtungen ausbreitet. Bedeutende Städte der Zwerge und Elfen versanken in den ewigen Sanden. Dies alles schürte den Hass der Elfen, die in Llargomor, dem südlichen Waldlandreich, ein neues Zuhause fanden. Gurlyshore war seit jeher eine bedeutende Handelsmacht der Menschen und wird nun zusehends von Zwergen bevölkert, die Gurlyshore aufgrund seiner zahlreichen Wälder als Standort für ihre neuesten Maschinen und Fabriken auserkoren haben. Die Reichen und Mächtigen sehen darin ihren Vorteil, während ein Großteil der Landbevölkerung Gurlyshores seine Empörung darüber zeigt und unzufrieden mit den stinkenden Städten ist, in die die Zwerge sie verwandelten. Morkedluin ist das wahre Reich der Zwerge. Keine Maschine und keine Fabrik außerhalb Morkedluins ist größer oder mächtiger. Ghiliael ist recht spärlich besiedelt, wird es doch von einer gewaltigen Reitermacht beherrscht, die über die weiten Ebenen und Steppen herrscht und so gut wie keine Eindringlinge in Ghiliael duldet. Nur an den Küsten des Inneren Kanals befinden sich größere Ansiedlungen von Städten und Dörfern. Schließlich bleibt noch Orhamear zu nennen, das Inselreich im Osten Caeruins. Der Hochkaiser von Orhamear gebietet über ein diszipliniertes Heer und die größte Marineflotte ganz Caeruins.